Das richtige Werkzeug 1


Wie in jedem Handwerk gilt auch beim Visualisieren, dass man das richtige Werkzeug braucht, um tolle Ergebnisse zu erzielen. Um euch die Suche zu erleichtern zeige ich euch in diesem Beitrag, welche Stifte und welches Papier ich am liebsten nutze. Dabei unterscheide ich grundsätzlich zwischen zwei Arten der Visualisierung:

  1. Das interaktive Zeichen von Notizen während Vorträgen (Sketchnoting) und
  2. das Live-Visualisieren von Workshopinhalten und Vorträgen, quasi „auf der Bühne“ (Graphic Facilitation, Graphic Recording)

Je nach Einsatzgebiet habe ich unterschiedliche Stifte, die ich nutze.

Das richtige Werkzeug für Sketchnoting

Beim Sketchnoting ist es wichtig, dass man Stifte hat, die gut in der Hand liegen, ein sauberes Schriftbild ergeben und schnell trocknen. Andernfalls verschmiert man sehr leicht sein Werk mit seiner eigenen Hand. Besonders für Linkshänder ist das oft ein Problem. Außerdem benötige ich einen Notizbuch, das sich später leicht scannen lässt und im Idealfall eine passable Unterlage beim Schreiben darstellt.

Meine Stifte für Sketchnoting

Meine absoluter Lieblingsstift ist der Pentel BL407 EnerGel Liquid-Gel-Roller.

Pentel EnerGel B407 schwarz

Pentel EnerGel B407 schwarz

Pentel EnerGel B407 schwarz

Pentel EnerGel B407 schwarz

Mit einer Strichstärke von 0,35 mm und schwarzer Gel-Tinte, die sich butterweich schreibt, entspricht er genau meinen Anforderungen an einen guten Stift. Das Metallgehäuse liegt perfekt in der Hand und hat ein angenehmes Gewicht. Den Pentel BL407 gibt es auch mit matt-schwarzer Oberfläche. Ich benutze den BL407 zum Zeichnen und Schreiben gleichermaßen.

Wenn ich stärkere Konturen benötige oder Schrift besonders hervorheben möchte, nehme ich den Fineone Outliner mit Rundspitze von Neuland. Die Spitze ist breiter, als die des BL407. Außerdem verschmiert die Tinte nicht, wenn man mit einem anderen wasserbasierten Stift drüber geht, zum Beispiel beim Zeichnen von farbigen Akzenten oder Schatten.

FineOne Outliner Rundspitze von Neuland

FineOne Outliner Rundspitze von Neuland

FineOne Outliner Rundspitze von Neuland

FineOne Outliner Rundspitze von Neuland

Für Schattierung und dezente Hervorhebung benutze ich am liebsten den Fineone Artmarker mit Pinselspitze in der Farbe 101 Grau, wieder von Neuland. Die flexible Pinselspitze erlaubt es, in einem Zug unterschiedliche Strichstärken zu produzieren. Das gibt den Bildern eine coole Dynamik. Ich habe ein bisschen Übung gebraucht, um die Striche so hinzubekommen, wie ich sie mir vorgestellt habe, inzwischen geht es aber schon ganz gut. Man kann den Stift auch in 102 Lichtgrau nehmen, mir war der dann aber zu hell.

FineOne Artmarker Pinselspitze in 101 Grau von Neuland

FineOne Artmarker Pinselspitze in 101 Grau von Neuland

FineOne Artmarker Pinselspitze in 101 Grau von Neuland

FineOne Artmarker Pinselspitze in 101 Grau von Neuland

Wenn ich mehr Farbe in meinen Sketchnotes haben möchte, nehme ich ganz klassische, gelbe Buntstifte. Ziemlich gute Erfahrungen habe ich mit den Stiften von STABILO EASYcolors gemacht. Diese gibt es für Rechts- und Linkshänder. Alternativ kann man natürlich auch jeden anderen Buntstift nehmen.

Ein gelber Buntstift

Ein gelber Buntstift

Ich nutze nur eine Farbe und versuche diese sinnvoll einzusetzen. Wenn zu viele Farben gleichzeitig verwendet werden, wird ein Bild schnell sehr unruhig. Zwei Farben, die gut zu einander passen, sind ok, mehr ist schon schwierig. Warum Gelb? Gelb hebt gut hervor, drängt sich aber nicht in den Vordergrund, erzeugt in der Zeichnung eine fröhliche Stimmung und passt hervorragend zu Grau und Schwarz. Ich könnte mir noch Orange oder ein helles Grün vorstellen, aber das ist wahrscheinlich Geschmackssache.

Das perfekte Notizbuch

Mein perfektes Notizbuch, das LEUCHTTURM1917 Whitelines Link, lässt dich zusammen mit der kostenlosen Whitelines Link App, die du im findest, deine Notizen und Zeichnungen extrem einfach digitalisieren. Ein detaillierte Beschreibung findest du in diesem Post.

Das richtige Werkzeug für die Grafische Workshopbegleitung

Naturgemäß benötigt man für das Zeichnen am Flipchart dickere Stifte und man muss größer und – ganz allgemein – klarer Arbeiten, damit man auch aus 10 Metern Entfernung noch alles möglichst gut lesen kann.

Stifte für Workshops und Vorträge

Zum Schreiben und Zeichnen am Flipchart nutze ich den No. One Outliner mit Keilspitze von Neuland. Genau wie der Fineone Outliner verwischen die Konturen, die man damit zeichnet nicht, wenn man sie hinterher colorieren möchte. Die sattschwarze Tinte schlägt nicht durch das Papier und stinkt auch nicht so, wie viele Eddings oder andere Plakatschreiber. Auch wenn das Arbeiten mit Keilspitze zu Beginn ungewohnt ist, ist es den kleinen Anfangsaufwand definitiv wert. Die Keilspitze ermöglicht unterschiedliche Strichstärken und das Schriftbild wird deutlich eleganter. Ein Hinweis, weil das immer wieder zu Verwirrung führt: Obwohl der Stift außen orange ist, schreibt er natürlich schwarz.

No One Outliner Keilspitze von Neuland

No One Outliner Keilspitze von Neuland

Auch in groß brauche ich Schattierung und Farben. Hierfür nehme ich den BigOne mit Keilspitze in 101 Grau und den gleichen Stift in 500 Brilliantgelb. Auch hier gilt wieder: Gelb ist Geschmackssache. Zum Colorieren und Schattieren nehme ich den BigOne lieber, als den kleineren No. One, weil ich so große Flächen schneller ausfüllen oder Text besser hervorheben kann.

BigOne Keilspitze in 101 Grau

BigOne Keilspitze in 101 Grau

BigOne Keilspitze in 500 Brilliantgelb

BigOne Keilspitze in 500 Brilliantgelb

Das richtige Papier

Da ich oft bei unterschiedlichen Firmen unterwegs bin, habe ich mich mit dem Thema Flipchartpapier noch nicht so wirklich auseinander gesetzt. Ich habe einfach benutzt, was da war. Um die Bilder nicht durch die Orientierungslinien zu stören, drehe ich den Block meistens um, sodass die Linien hinten sind. So kann man sie noch durchschimmern sehen und zur Orientierung nutzen, ab einer gewissen Entfernung oder auf der späteren Fotodokumentation sieht man sie dann meist nicht mehr. Eine Sache ist mir bei Flipchartpapier jedoch besonders wichtig: Es muss sauber und leicht abreißbar sein. Ich hab mich schon ein paarmal geärgert, weil ich eine fertige Grafik beim Abnehmen halb zerrissen habe oder ich den oberen Teil Stück für Stück abzupfen musste.

Ein Plädoyer für die Umwelt

Auch wenn die Stifte von Neuland und Pentel im ersten Moment relativ teuer zu sein scheinen, sind sie die paar Cent mehr für das richtige Werkzeug auf alle Fälle wert. Man kann alle Stifte ganz einfach nachfüllen, wodurch man Geld spart und auch noch die Umwelt schont.

Den Pentel B407 kann man mit diesen Minen nachfüllen.

Die grauen und gelben Stifte von Neuland, also sowohl den BigOne als auch den FineOne, kannst du mit dieser Tinte nachfüllen. Pass darauf auf, die richtige Frabe auszuwählen – 101 Grau und 500 Brilliantgelb bzw. welche Akzentfarbe auch immer du bevorzugst. Die schwarzen Outliner lassen sich mit dieser Tinte nachfüllen. Das ist die spezielle Outliner-Tinte, die nicht verschmiert, wenn man schattiert oder coloriert. Bitte nicht mit „normaler“ schwarzer Tinte nachfüllen, bei dieser passiert nämlich genau das.

Wenn du Fragen zu meinem Werkzeug hast, andere Stifte oder Notizbücher bevorzugst oder Fragen zur Nutzung von meinem Werkzeug hast, hinterlasse bitte ein Kommentar oder schreibe mir eine Nachricht. Ich freue mich sehr über deine Rückmeldung.

Und nicht vergessen: Jeder kann zeichnen!


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